Lernvideos – OER oder bezahlter Online-Kurs?

lernvideos

Lernvideos

Ich denke gerade darüber nach, wie die Produktion von Lernvideos finanziert werden kann. Gut, das Thema hat jetzt nicht direkt etwas mit der Digitalisierung der VHS Oldenburg zu tun. Aber es treibt mich um und betrifft zumindest indirekt auch die VHS. Denn auch dort werden irgendwann die KursleiterInnen vor der Aufgabe stehen, Lernvideos für die vhs.cloud oder eine andere Lern-Management-System-Plattform herzustellen.

Geballte Erfahrung

Gerade vor einer Woche wurde ich mit der Produktion von 14 Tutorials zum Thema „Bloggen in der Weiterbildung“ für die Blogwerkstatt (Tutorial 1-3, 4-7) fertig. Innerhalb von 10 Wochen habe ich alle Infos zum Bloggen gesammelt, Videos konzipiert, gefilmt, vertont, geschnitten. Ein Kraftakt. Aber es hat großen Spaß gemacht. Jetzt habe ich mir überlegt, dass es vielleicht auch andere, vor allem Lehrende, interessieren könnte, wie man Lernvideos herstellt. Die Art, wie diese Lernvideos angelegt sind, ist eine Art von vielen. Doch es könnte doch Interessierte geben, die diese Art als Basis für ihre weitere Arbeit nutzen möchten. Es braucht dafür kein Team, nur ein paar Geräte und das Know-How.

Recherche

Ich habe nun recherchiert, was es zum Thema Lernvideos im Netz zu finden gibt. Martin Ebner und Sandra Schön beschäftigen sich intensiv mit diesem Thema. Es gibt auch hier und da ein Angebot an einer VHS, oder auch ein Webinar auf einer Hochschul-Plattform. Doch ich habe nichts gefunden, dass nicht nur regional oder institutionsintern, sondern davon unabhängig zugänglich ist. Das zeigt mir, dass Lernvideos zum Thema „Produktion von Lernvideos“ nicht schaden können.

Lernvideos als OER

Nun dachte ich darüber nach, diese als OER –  Open Educational Resources – anzufertigen. Das heißt, dass diese Videos frei zugänglich sind, z.B. auf Youtube, und je nach Lizenz auch genutzt und verändert werden können. Doch wer finanziert Lernvideos als OER? Ich habe dann eine Video-Dokumentation gefunden zu „Finanzierungs- und Geschäftsmodelle zu OER“ und einen Beitrag zu „Geschäftsmodelle für OER – Lösungsansätze“. Die Erfahrungsberichte und Vorschläge gehen dahin, dass ich entweder ein großes Team aufstelle, mit einer Plattform und die Produktion von OER als Unternehmen anbiete. Oder dass ich mir Institutionen suche, die OER als Projekte finanzieren. Doch eines darf man hier nicht unterschätzen: die Produktion von Videos ist um ein Vielfaches aufwändiger und kostspieliger als dies bei anderen Inhalten der Fall ist. Wer soll das also bezahlen? Im Vergleich: die Marketingmaschinerie hat schon längst entdeckt, dass Erklärvideos oder Imagefilme sehr populär sind. Die Produktion von 1 Minute Erklärvideo beläuft sich auf mindestens 2000 Euro, nach oben hin offen. Besteht denn mit diesem Wissen ein Interesse im Bildungssektor, Lernvideos herzustellen? Sollte es schon … Gerade dieses Beispiel „Produktion von Lenvideos“ wäre einmal ein Schluck aus der Pulle. Danach könnten die Lehrenden die Videos selbst produzieren.

Aktualität von Lernvideos

Da kommt aber ein weiterer Aspekt ins Spiel: Heute ein Lernvideo zu drehen, wie man Lernvideos herstellt, ist spätestens in 6 Monaten veraltet. Die Darstellung des Videoschnittprogramms hat sich verändert, die Apps zeigen neue Features. Lohnt es sich, dafür so viel Geld auszugeben?

Bezahlter Online-Kurs als Alternative

Die andere Möglichkeit, diese Lernvideos umzusetzen ist, sie in einen bezahlten Online-Kurs einzubetten,  der regelmäßig aktualisiert wird. Erklärende Texte, Quizzes, Badges und Lernstandsberichte können dies ergänzen. Doch die Frage ist nun hier: Bezahlen denn Lehrende dafür?

Na zumindest eines ist sicher: auch ich als Selbständige muss von irgendwas leben können, mit oder ohne OER.

Wie ist deine Meinung dazu? Schreibe gern einen Kommentar.

Teile gern:

Veröffentlicht von

Ich bin überzeugt von Wordpress und lege Websites & Blogs an. Installiere Moodle und darin Online-Kurse, übersetze Inhalte in Materialien wie Videos, Erklärvideos, Fotos, Infografiken, Sketchnotes, Podcasts. Sammle die Namen diverser digitaler Tools, teste. Bin Allrounder ohne Experte eines Tools zu sein. "sugoe" für Susanne Goedeke

9 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. Hm. Zuerst geht es ja um den LernerInnen-Bedarf, um ihre Dringlichkeit, so einen Kurs zu haben, um ihre Bereitschaft zu zahlen und um das Geschäftsmodell insgesamt. Das ist jedenfalls sehr schwierig. Wer damit als Freelancer Geld verdienen will, wird neuerdings von Udemy angesprochen.

    Wenn/falls sie zahlen, zahlen sie imho auch nicht für Videos, sondern für eine komplex gebündelte und überzeugende Lernerfahrung mit hoher Erfolgswahrscheinlichkeit.

    • Das würde ich dann auch als komplexen Kurs anlegen mit allem Drum und Dran. Aber ich stehe ja noch an dem Punkt, wo ich darüber nachdenke, dass es ja auch einen Auftrag in der Bildung gibt, sich um die Lehrenden zu kümmern / weiterzubilden. Wo ist diese Stelle, die diesen Auftrag wahr nimmt in Zeiten der Digitalisierung? Wer geht den Schritt mit und finanziert mal Videos, die allen Lehrenden zugute kommen?

  2. Liebe Susanne, ich kann Deine Gedanken sehr gut nachvollziehen! In meinem Kopf schwirren diverse Kurse, welche ich als Selbständige umsetzen will- weil ich die Themen wichtig finde und Interesse daran sehe. Da ich Kollaboration bzw Weiterentwicklung von Kursinhalten für die Qualität als sehr positiv ansehe, wäre OER super. Doch eben, auch mein Kühlschrank will gefüllt sein (bzw meine Kinderbetreuung bezahlt ;-)). Ich tendiere momentan auf Bezahlkurse, und vielleicht stosse ich ja auch auf mögliche Kooperationen mit Institutionen, die Funding im Hintergrund haben. Aber ein Teil wird immer gratis und OER sein- als mein Beitrag ans Social Learning :-)! Liebe Grüsse aus der Schweiz, Monika

    • Liebe Monika, Crowdfunding ist auch eine super Idee, daran habe ich noch gar nicht gedacht. Du schreibst auch „Kooperationen mit Institutionen“. Bestimmt sind Institutionen interessiert, dass OER produziert werden und sie die Finanzierung übernehmen. Doch wo und wie finde ich die? relatis ist deine Website? Ich schau‘ mich mal bei dir um. Melde mich. Liebe Grüße aus Hamburg, Suse

      • Liebe Susanne, ja, wo findet man die. Das weiss ich momentan auch noch nicht wirklich, da ich erst am Anfang des Prozesses bin. Aber wenn Du weiter so laut arbeitest wie mit diesem Blog Beitrag, dann findet die Institution vielleicht auch Dich ;-).
        Ich bin mir nicht sicher, ob komplexe Kurse der richtige Ansatz sind. Alles (Planung, Aufwand, Finanzierung) ist gleich viel grösser und weniger agil. Ich tendiere in meiner Arbeit auf mehrere Minikurse. Die sind dann auch leichter anpassbar, wenn sich die Tools wieder ändern. Die Aktualität, die Du in Deinem Beitrag erwähnst, ist mir auch beim Anschauen Deiner WordPress Tutorials aufgefallen- spätestens mit WordPress 5.0 (Gutenberg) werden Anpassungen nötig sein :-(. Aber dieses Problem ist unlösbar.
        Hamburg ist super, wie schön, dass Du da wohnen darfst 🙂

        • Ja vielleicht hast du Recht. Vielleicht sind auch mehrere kleine Kurse sinnvoll. Aber das Problem mit der Aktualität bleibt. Ich habe auch schon über Workshops nachgedacht. Wäre auch eine Möglichkeit. Aber dann reise ich landauf landab und sehe meine Tochter nicht mehr. Bei solchen Tutorials kommt ja noch eins hinzu: Ich arbeite mit Mac. Ein Videoschnittprogramm gibt es immer auch in der Windows-Version und auch nicht nur ein iPad, sondern auch Tablets. Das läßt sich gar nicht abdecken. Aber interessant, sich darüber auszutauschen. Übrigens, du hast die Berge vor der Nase, darum beneide ich dich etwas 😉

  3. Wenn der Kursinhalt auf „Digitale Volksbildung“ zielt, kann es (vermute ich) gut sein, dass nächstes Jahr die Produktion gefördert wird.

    • Von wem, wer macht die Töpfe auf? Den Ruf danach habe ich gehört, aber ob und wer reagiert hat, war vermutlich nicht laut genug, für meine Ohren.

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.


*